In unserer Serie Drei Sätze schreiben Literaturwissenschaftler*innen über eine Textpassage, die ihnen nie aus dem Kopf ging.
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Herzliche Einladung zum 3. AVL-Institutskolloquiums im SoSe 26.PD Dr. Eva Eßlinger (Universität Konstanz) spricht zum Thema: Herrschaft fremder Stimmen. Erlebte Rede und
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Herzliche Einladung zum 3. AVL-Institutskolloquiums im SoSe 26.
PD Dr. Eva Eßlinger (Universität Konstanz) spricht zum Thema:
Herrschaft fremder Stimmen. Erlebte Rede und toxische Verstrickung im Gegenwartsroman
Der Vortrag fragt nach dem Fortleben der erlebten Rede beziehungsweise des style indirect libre im Gegenwartsroman. Gemäß ihrer klassischen Definition (3. Person, episches Präteritum, unmarkierte Gedankenrede der Figur) diente sie der Annäherung der Erzählstimme an das Figurenbewusstsein und insofern als eine Technik der Subjektivierung. Demgegenüber kommt es im Gegenwartsroman zu zwei bemerkenswerten Modifikationen. Zum einen springt, wie schon am Schriftbild erkennbar, die für den style indirect libre kennzeichnende Entgrenzungstendenz durch fehlende Markierung auch auf die direkten Figurenreden über. Zum anderen dringt die erlebte Rede verstärkt in das Erzählen in der ersten Person vor. Nicht nur verwirren sich dadurch Erzähl- und Figurenstimme bis zur Ununterscheidbarkeit, es wird auch die Zuordnung der das Bewusstsein der Protagonisten durchkreuzenden Reden zu ihren Urhebern erschwert. Dem entspricht auf der Inhaltsebene eine Tendenz zur passiv-aktiven Verstrickung der Figuren, die man heute als „toxisch“ bezeichnet. Dies soll exemplarisch vor allem an einem jüngst erschienenen deutschen Roman, Terézia Moras Muna. Oder Die Hälfte des Lebens (Berlin 2023) vorgeführt werden.
Alle Studierende, Mitarbeitende und Gäste sind herzlich zum Institutskolloquium eingeladen.
Freie Universität Berlin
Raum: KL 32/202
Habelschwerdter Allee 45
14195 Berlin
Event Type
Zeit
OrganisatorInnen
Freie Universität Berlin
Habelschwerdter Allee 45, 14195 BerlinFreie Universität Berlin
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Prof. Dr. Erhard Schütz hält einen Vortrag zum Thema: „Fritz Reuters ‚Kein Hüsung‘ und was auf der Bühne und im Film daraus wurde“.
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Prof. Dr. Erhard Schütz hält einen Vortrag zum Thema:
„Fritz Reuters ‚Kein Hüsung‘ und was auf der Bühne und im Film daraus wurde“.
Dieser Gastvortrag findet im Rahmen meiner VL „Einfluss: Thomas Mann liest Fritz Reuter, Daniel Kehlmann liest Günter Grass, Jonathan Franzen liest Mann, Grass und Kehlmann“ im Hörsaal 1.101 in DOR 24 statt.
Interessierte Studierende und ebenso Kolleginnen und Kollegen sind herzlich eingeladen.
Mit herzlichen Grüßen
Joachim Rickes
Event Type
Zeit
HU Berlin
Unter den Linden 6HU Berlin
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Seit dem Sommersemester 2025 beschäftigt sich das ZfL im Rahmen seines Jahresthemas mit einem möglicherweise zu erwartenden »Abschied von der Künstlichkeit«. Das scheint zunächst kontraintuitiv,
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Seit dem Sommersemester 2025 beschäftigt sich das ZfL im Rahmen seines Jahresthemas mit einem möglicherweise zu erwartenden »Abschied von der Künstlichkeit«. Das scheint zunächst kontraintuitiv, denn das Künstliche erobert sich immer neue Bereiche und wird uns immer selbstverständlicher. Aber gerade dass wir in der Praxis kaum noch zwischen natürlich und künstlich unterscheiden, zeugt von der Erosion der Leitunterscheidung von Natur und Kultur, in der Künstliches bisher seinen Platz fand und die auch durch das Anthropozän infrage gestellt wird.
Was bedeuten die neuen Dynamiken im Verhältnis von Natur und Kultur für den Begriff der Künstlichkeit? Unabhängig von ihrer moralischen oder ästhetischen Bewertung war diese Kategorie lange auf Gegen- oder Parallelbegriffe angewiesen wie z. B. Echtheit oder Illusion, Ehrlichkeit oder Wirklichkeit. Sind sie alle heute (Kunst-)Schnee von gestern? Vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen wollen wir gemeinsam ausloten, was es mit der Künstlichkeit im historischen Rückblick auf sich hat und wie sich entsprechende Befunde im Licht von heute und vielleicht auch von morgen darstellen.
Mit dieser Jahrestagung feiert das ZfL zugleich sein 30-jähriges Bestehen! Wir haben aus diesem Anlass ausschließlich Referent*innen geladen, die zur Natur- (oder Kunst-)Geschichte des ZfL in den vergangenen drei Jahrzehnten beigetragen haben.
Programm
Mittwoch, 10.6.2026
ERÖFFNUNG
Alle Plätze ausgebucht, keine Anmeldung mehr möglich!
18.30
Begrüßung und Moderation: Eva Geulen (ZfL)
Grußwort: Bettina Böhm (Leibniz-Gemeinschaft)
Eröffnungsvortrag:
- Sigrid Weigel (ZfL): Zur Urgeschichte der digitalen Kultur
Achtung: Programmänderungen
Im Unterschied zum gedruckten Programm ist es zu einigen Änderungen gekommen. U.a. müssen die Vorträge von Peter Geimer und Margarete Vöhringer leider entfallen.
Donnerstag, 11.6.2026
9.30
Einführung: Claude Haas (ZfL)
NATÜRLICHKEIT/WIRKLICHKEIT
9.45
Moderation: Patrick Eiden-Offe (ZfL)
- Ulrike Vedder (HU Berlin): Liminales Erzählen: Jonas Lüschers Verzauberte Vorbestimmung
- Uwe Wirth (Justus-Liebig-Universität Gießen): Pfropfung als Kulturtechnik und als Kulturkonzept
11.30
Moderation: Nina Weller (ZfL)
- Cornelius Borck (Universität zu Lübeck): Orphanet. Verwaiste Krankheiten zwischen Care und Künstlichkeit
- Mona Körte (Universität Bielefeld): Das verbale Porträt. Zum Wirklichkeitsstatus von Phantombildern
- Irmela Marei Krüger-Fürhoff (FU Berlin): »#poetik_der_präparation« (Elvira Steppacher). Taxidermie in der Gegenwartsliteratur
EHRLICHKEIT / ECHTHEIT
14.00
Moderation: Aurore Peyroles (ZfL)
- Eckart Goebel (Universität Tübingen): Nachgeborene. Kinder in Bertolt Brechts Exildramatik
- Robert Stockhammer (Ludwig-Maximilians-Universität München): Zur Genese der Unterscheidung von ›künstlich‹ und ›künstlerisch‹
- Elisa Ronzheimer (Universität Bielefeld): Kunst und Künstlichkeit. Virtuose Schwestern bei E.T.A. Hoffmann und Adalbert Stifter
16.00
Moderation: Katrin Trüstedt (ZfL)
- Patrick Hohlweck (HU Berlin): Zeichen und Zeugnis. Dissimulation bei Calvin
- Anne-Kathrin Reulecke (Universität Graz): Fake Trauer. Deathbots, KI-Avatare und das ewige Leben
- Daniel Weidner (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg): Wir Viktorianer. Heuchelei und der moderne Roman
Freitag, 12.6.2026
DESIGN / PERFORMANCE
9.30
Moderation: Sebastian Kirsch (ZfL)
- Susan Morrow (Princeton University): Naturtechniken des Körpers bei Rudolf Laban
- Christoph Paret (Universität Wien): Die Kunst des Abschieds bewahrt vor dem Abschied der Künstlichkeit. Der Apokalyptiker Kant über das gar nicht mal so natürliche »Ende aller Dinge«
- Armin Schäfer (Ruhr-Universität Bochum): Fiktionen der Kybernetik. Zur Arbeit an einer Unterscheidung von Natur und Künstlichkeit
11.30
Moderation: Pola Groß (ZfL)
- Uta Kornmeier (Humboldt Forum Berlin): Doppelte Künstlichkeit im Museum
- Alexandra Heimes (Akademie der Bildenden Künste München): Landschaft im postdigitalen Raum. Die Wiederkehr eines ästhetischen Paradigmas in der Gegenwartsliteratur
ILLUSION / SIMULATION
14.00
Moderation: Gianna Zocco (ZfL)
- Katrin Solhdju (Université de Mons): Abschied vom Glauben an den Glauben. Bemerkungen zu Latours »Kleine(r) Betrachtung über den modernen Kult der faitiche-Götter«
- Henning Trüper (University of Oslo): Künstliche Aufregung
- Sylvia Sasse (Universität Zürich): Formangst. Über Autoritarismus und Künstlichkeit
16.00
Moderation: Matthias Schwartz (ZfL)
- Stefan Willer (HU Berlin): Zur Poetik des Wünschens
- Bernhard Dotzler (Universität Regensburg): Die Schulter des Orion und die Säulen der Schöpfung. Zur Kunstnatur der Naturbilder aus dem Weltall
- Hanna Hamel (Akademie der Bildenden Künste München): Künstliche Fantasielosigkeit? Ästhetische Kooperationen mit KI
17.30
Schlusswort: Georg Toepfer (ZfL)
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Zeit
Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung
Pariser Str. 1, 10719 BerlinLeibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung
Neulich in Berlin
So reden echte Leute
Im Februar 2026 veröffentlichte der Dramatiker und Hausregisseur des Maxim-Gorki-Theaters Hakan Savaş Mican seine acht Theaterstücke aus den letzten 16 Jahren in zwei Bänden beim Theaterverlag rua. Zweifellos hat Mican das postmigrantische Berliner Theater entscheidend geprägt. Aber wie lassen sich die multimedialen und kollaborativ entstandenen Stücke auf die Buchseite übersetzen? Das Gorki hat seine Stadt-Trilogie noch einmal gespielt und die neuen Bücher vorgestellt.
Eine Kunst des Vergessens?
Inwiefern wohnt der Literatur das Potenzial inne, dem Vergessen eine oder mehrere Formen zu verleihen und es dadurch spürbar, greifbar zu machen? Wann, warum und auf welche Weise vergessen Texte oder Figuren bestimmte Dinge? Die Jahrestagung der Friedrich Schlegel Graduiertenschule stand 2025 unter dem Thema „Forget it? Formen des Vergessens in der Literatur“.
Löcher in der sprachlichen Existenz
80 Jahre nach der Gründung des DDR-Schriftstellerverbands und 35 Jahre nach seiner Auflösung wurden im Berliner Haus der Poesie die Möglichkeiten von Literatur damals und heute besprochen. Das hätte das Potenzial gehabt, Literatur als Epochenspiegel zu denken – führte aber hauptsächlich zu unverhofft aufschlussreichen Diskursschleifen.
Traum und Kritik
Der Surrealismus ist genau diejenige Praxis, die zur kritischen Theorie passt, schreibt Elisabeth Lenk. Ein Workshop am Centre Marc Bloch widmete sich nun ihrem in Vergessenheit geratenen Werk, das eine Brücke zwischen den beiden vermeintlich so disparaten Strömungen bildet.
(Un)ordentliche Texte
Ist es tatsächlich Aufgabe der heutigen Kunst, Chaos in die Ordnung zu bringen, wie Theodor Adorno schreibt? Die Frage zur Beziehung von Literatur und Un-Ordnung in der Moderne wurde im Oktober im Rahmen der Nachwuchstagung Schreiben als Un-Ordnen in der Literatur ab dem 20. Jahrhundert an der HU Berlin verhandelt.
Imaginarien der Wirklichkeit
Wie können Utopien heute noch gedacht werden? Dieser Frage widmete sich im November die Jahrestagung der Friedrich Schlegel Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien.
Alle Veranstaltungen für Literaturwissenschaftlerinnen in Berlin
Positionen
Nach dem Krieg
Das Kannibalische ist eine kolonial geprägte Figur des Anderen – aber geht es darum noch, wenn um 1920 in der deutschsprachigen Literatur gefressen, verschlungen, verdaut, angeeignet und zersetzt wird?
Berlin als Jewish Space?
In der jüdischen Gegenwartsliteratur geht es in den letzten Jahren vermehrt um Berlin. Dabei setzen sich die Texte mit romantisierenden Imaginationen eines ‚jüdischen Berlins‘ auseinander – und entwickeln widerständige Gegenbilder.
Schwangerschaft, Mutterschaft, Erschöpfung
Debatten um Sorgearbeit, Schwangerschaft und Mutterschaft werden seit den späten 2010er Jahren in aktivistischen, feuilletonistischen und literarischen Texten verstärkt mit den Themen Belastung, Überforderung und Erschöpfung verknüpft, wie an den Schlagworten Mental Load oder Regretting Motherhood deutlich wird. Diese Debatten sind jedoch bei Weitem nicht neu – auch nicht in der Literatur –, wie ein Blick zurück auf die Zeit der ersten Frauenbewegung zeigt.
Erweitern und Verdichten. Über kleine Formen
Unter dem Titel „Geistesgegenwart und Nachdenklichkeit. Kleine Formen der Intervention“ trafen sich am 6. und 7. Juli 2023 an der TU Dresden Forschende mit dem Ziel, kleine Formen und künstlerische Intervention zusammenzudenken.
Infrastrukturen. Über eine Theoriemetapher in den Geisteswissenschaften
In den letzten Jahren hat sich das geisteswissenschaftliche Interesse am Begriff der Infrastruktur intensiviert. Was leistet er – und welches Versprechen treibt seine Theoretisierung an?
Was heißt ‚Weltliteratur‘?
Nach dem Ende des Kalten Krieges waren die methodischen Prämissen der Weltliteraturforschung kaum ein Gegenstand der Diskussion. Mit Siraj Ahmed und Galin Tihanov haben jetzt zwei Autoren diese Prämissen hinterfragt.
Im Gespräch mit ...
Für uns als Menschen sehr interessant
Unlesbare Schrift löst Wut und Wissensdrang aus. Barbara Bausch von der FU Berlin im Gespräch über Maschinen, die lesen, wonach Kunst und Wissenschaft gemeinsam streben und über den neuen Band Illegibilities Reflecting Reading.
Berlin Syndrome
Russian playwright Polina Borodina talks about protest, censorship, and navigating the cultural landscape in Berlin.
„Und dann sind die Leute einfach nicht gegangen“
Seit 2017 betreibt ein Kollektiv aus aktuell 13 Akademiker*innen und Kulturarbeiter*innen den Schöneberger Projektraum diffrakt | zentrum für theoretische peripherie.
Vom Verblassen der Bilder
Soeben erschien die vierte Ausgabe der Online-Zeitschrift Bildbruch , die von einem in Berlin und Basel ansässigen Redaktionsteam herausgegeben wird und neue Studien im Bereich der Metaphorologie versammelt. Wir haben mit Sina Dell’Anno (Basel) und Simon Godart (Berlin) über das Aufbauen eines eigenen Online-Journals und die Macht der Sprachbilder gesprochen.
Politik des Übelnehmens
Mit dem Erstarken des Rechtspopulismus ist das „Ressentiment“ zu einer beliebten gesellschaftspolitischen Diagnose avanciert. Der Philosoph Dirk Setton geht in seinem aktuellen Forschungsprojekt der Funktionsweise des schillernden Begriffs nach.
Weaponizing Verse on the Battlefield
Jihadist groups such as the so-called Islamic State are known for their cunning propaganda. Kurstin Gatt examined their discursive and communicative strategies, focusing on a lesser-known tool: poetry.



